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Was ist das Darknet?

Die Meldung ging vergangenes Jahr durch alle Medien: In einem Großeinsatz hatten hunderte Polizisten, unterstützt von der GSG9 (die Spezialeinheit der deutschen Bundespolizei), ein geheimes Rechenzentrum ausgehoben. Über die Server in einem ehemaligen Bunker wurden jahrelang Straftaten im „Darknet“ begangen.

Aber jetzt mal blöd gefragt – Das Darknet, was ist das genau?

Wir alle nutzen jeden Tag das Internet – sei es für Aktivitäten in den Social Media, um Emails zu schreiben oder um etwas online einzukaufen. Manchmal merken wir nicht mal, dass wir gerade im Internet sind, etwa, wenn wir mit einer Navigations-App einen Weg suchen oder wenn wir auf unserem Handy spielen.

Doch es gibt viel mehr im Internet als das, was ich und du im Alltag verwenden. Ein stetig wachsender Teil ist zum Beispiel das sogenannte „IoT“ – das „Internet of Things“. Hier nutzen Maschinen und Geräte – z.B. Autos, Haushaltsgeräte oder Industrieroboter – das Internet zur Kommunikation.

Der Teil des Internets, den man „Darknet“ nennt, liegt nun im Deep Web. Damit gemeint sind die unregulierten, ungeschützten Bereiche des Internets, die ohne gezielte Suche und technische Kenntnisse gar nicht auffindbar sind. Deshalb „Dark“ – es liegt im Dunkeln.

Wie ihr euch vielleicht denken könnt, wird dort nicht gerade Pokemon Go gespielt. Stattdessen werden dort Waffen, Drogen und viele andere verbotene Sachen ge- und verkauft.

Eine wichtige Schaltstelle für millionenschwere kriminelle Geschäfte in eben diesem Darknet ist nun offenbar in einem ehemaligen Bunker verborgen gewesen. Hinter einer schweren Eisentür waren über fünf Etagen unter der Erde Server an Server gereiht.

Zahlreichen Webseiten und Kriminellen wurde es hier möglich gemacht in alle Welt Drogen zu verkaufen, Falschgeldgeschäfte abzuwickeln, illegale Videos zu verschicken oder Cyberangriffe zu starten. 

Etwa fünf Jahre hatte die Planung zur Aushebung der „Serverplantage“ gedauert. Generell ist das Hosten der kriminellen Websites übrigens nicht strafbar, deshalb mussten die Ermittler beweisen, dass die 13 Angeklagten das kriminelle Verhalten ihrer Kunden kannten und förderten. 

Über das Zentrum in Rheinland-Pfalz liefen Drogengeschäfte im Wert von über 41 Millionen Euro. Die Auswertung aller Daten dauert noch Monate bis zu Jahre, da sehr viel Beweismaterial gesichert worden konnte.